Von "I don't give a f***" bis hyperfreundlich ist alles dabei. Aber die positiven Erfahrungen überwiegen doch. Ständig werden wir gefragt "Where are you from? ... Ahhh, Germany. Which part?" Und dann erklären sie einem, dass sie ja auch schon mal da waren (meistens in München - eh klar -, Stuttgart, Hamburg oder Berlin). Oder irgendwelche Vorfahren von da kommen. Nix Neues also. Ansonsten bekommt man den Eindruck, dass alle stolz darauf sind, Südstaatler zu sein.
Den vollen Südstaatencharme haben wir auf unserer Plantagentour abbekommen. Und viel Geschichte zur Sklaverei. Und zum Bürgerkrieg, den Cajun (französischstammige Kanadier die in die Südstaaten gewandert sind), den Kreolen (Menschen französischer oder spanischer Abstammung, die in den Kolonien geboren wurden) und den Deutschen, die hier auch mit siedelten. Aus fast aktuellem Anlass, waren wir als erstes auf der Evergreen Plantage, wo Django Unchained gedreht wurde. Das Haus schaut ein wenig kleiner aus als im Film, aber sonst war alles wieder zu erkennen. Ich glaube sie haben nicht mal viele Kulissen aufbauen müssen. Die Führung war sehr interessant und in kleiner Gruppe auch nicht so touristisch. Im Gegensatz zur nächsten Tour auf der Laura Plantation. Eine sehr gut erhaltene kreolische Plantage, wo alles auf Tourismus ausgelegt war. Aber war auch gut, mit interessanter Familiengeschichte. Eigentlich wollten wir dann noch auf die Oak Alley Plantage, hatten aber keine Lust auf nochmal 20$ Eintritt. Von daher gab es nur ein paar schnelle Fotos und dann lecker Essen. Ein kurzer Stop auf der San Francisco Plantage und dann ging es weiter zum Kaffee bei Dennys. Also das mit dem Kuchen können sie hier auf jeden Fall.
Den letzten Tag in New Orleans haben wir ganz entspannt mit umher bummeln verbracht. Plus Jazz. Dann ging es weiter nach Memphis. Nach einer relativ langen Fahrt sind wir gegen Abend in der Stadt des Blues angekommen. Leider war Montagabend nicht viel los. Wir waren daher nur im Hard Rock Cafe essen und ein wenig auf der Beale Street unterwegs (eine kleine Bourbon Street, mit Bars und Kneipen und Spittelläden).
Gestern dann Highlight: Graceland. Man man, Elvis lässt sich gut vermarkten! Die Mutti sagt ständig was für ein "hübsches Kerlchen er doch war" Und singen konnte er auch und schauspielern und dann war er auch noch sehr großzügig. Über sein Ableben wurde fast kein Wort verloren, was wahrscheinlich der Grund ist, weswegen man vermuten könnte, dass er doch noch lebt. Die Tour ging durch sein Haus, welches im 70er Jahre Stil eingerichtet ist und mir überhaupt nicht gefällt, und viele Austellungsräume, wo einem Fotos aus verschiedenen Phasen seines Lebens, sowie Ton- und Bildmitschnitte, seine Kostüme, seine Autos, seine Flugzeuge und dutzende Auszeichnungen gezeigt werden. Und auch sonst begegnet man Elvis überall in Memphis. Mittagessen waren wir im Arcade, Memphis ältestem Restaurant (Burger waren sehr gut und langsam sieht man uns die amerikanische Küche leider auch an) und hier war Elvis auch ne zeitlang Stammgast.
Das Arcade ist gleich um die Ecke vom Lorraine Hotel, wo Martin Luther King erschossen wurde. Das Hotel steht noch genau so und beherbergt jetzt das Civil Rights Museum. Das hatte leider zu, aber von außen konnte man auch alles sehen. Der Bummel durch Downtown Memphis war bei bomben Wetter auch sehr schön. Die Stadt ist nicht so riesig, sehr sauber und die Menschen super freundlich. Der Mississippi fließt auch durch die Stadt, leider gibt es keine Promenade. Von daher gab es keinen Spaziergang am Fluss, wie die Mutti das sich gewünscht hatte. Dafür hat der Vati durch Zufall entdeckt, dass die Memphis Readbirds an diesem Abend spielen würden und so haben wir nach langer Studie des Regelwerkes unser erstes Baseballspiel gesehen. Ansich eher langweilig und langatmig, aber uns hat es trotzdem Spaß gemacht.
Und heute geht's weiter nach Lynchburg, Tennesee. Unser letzter Stop, ehe es wieder nach Atlanta geht. Und was es da gibt, erzähle ich nächstes Mal :-D.
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