Nachdem Montenegro uns von den Westbalkanländern am wenigsten überzeugt hat (zumindest von dem, was wir gesehen haben: alt, runtergekommen, abgewohnt, charmelos, weniger einladend, irgendwie 0815) waren wir umsomehr positiv von Albanien überrascht. Nach Kotor haben wir es leider nicht noch einmal geschafft. Dazu hätten wir die krassen Serpentinen nochmal runter und wieder hoch fahren müssen und das hätte zu viel Zeit und Nerven gekostet. Ich denke aber, es ist ähnlich wie Dubrovnik und das haben wir ja gerade erst gesehen. Und die Kinder brauchten den Tag Pause am Pool und den Spielplatz auch dringend. Denn dann ging es schon wieder weiter nach Albanien. Unser Ziel: Tirana. Die Fahrt zog sich wie Kaugummi, erst durch die wunderschöne Landschaft von Montenegro bis zur Grenze - Grenzübertritt ging recht rasch und unkompliziert - und dann weiter, immer Landstraße bis in die Hauptstadt Albaniens. Der erste Eindruck des Landes: landschaftlich vielleicht auf der Strecke nicht so spektakulär, aber die Städte und Dörfer sind alle top sauber, die Häuser modern und stilvoll, die Restaurants schauen mega aus und vor allem alle mit top ausgestattenen Spielplätzen. Das genaue Gegenteil von Montenegro, so haben wir es empfunden. Leider gab es in jedem kleinen Ort ein bis zwei Kreisverkehre und dadurch immer wieder Stau und sehr zähflüssigen Verkehr. Und so haben die nur 200km wieder über 4h gedauert.
In Tirana haben wir uns gleich blitzverliebt. So eine tolle Stadt! Wir haben eine sehr sehr schöne Unterkunft direkt in der Stadtmitte neben dem Skanderbeg Platz und haben den restlichen Tag die Gegend um den Platz erkundet (sehr langsam, es hatte 37 Grad!). Und sind beindruckt von der Impulsivität und Lebendigkeit sowie Modernität der Stadt, den tollen Restaurants, Plätzen und eigentlich allem. Ich hatte immer so ein wenig das Gefühl, wie als wäre ich im French Concession in Shanghai. Das hat natürlich auch nur die besten Erinnerungen geweckt. Also sind wir über den Skanderbeg Platz geschlendert, haben das Tirana Castle besucht, wo innerhalb der Mauern ein kleines Viertel mit Restaurants und Shops entstanden ist (wirklich toll!), die Tirana Pyramide bestiegen (ein ehemaliges Museum, welches mittlerweile als IT Center für kreative Technologien genutzt wird) und von wo man einen sehr schönen Ausblick auf die Stadt hat und waren in einem super moderen Shopping Center, wo die Kids im 6. Stock noch ein wenig kleine Fahrgeschäfte und Spiele machen konnten. Leider haben wir nicht mehr geschafft und sind uns aber sicher, dass wir bald wiederkommen werden.
Heute ging es dann (leider) schon wieder weiter nach Ksamil. Die Strecke führte durch das ganze Land von Nord nach Süd und die Landschaft war spektakulär. Die Fahrt hat daher echt Spaß gemacht. Am Nachmittag kamen wir im Ori Mare Hotel in Ksamil an, einem noch ganz neuen und modernen Hotel mit schönem Pool. Da waren wir den restlichen Tag auch zur Abkühlung (es ist immer noch super heiß). Gerade waren wir noch in der Stadt zum Abendessen - hier kommt schon Urlaubsstimmung auf. Viele Leute, ein Restaurant am nächsten, Shops mit allerlei Krimskrams, Badeutensilien, aufblasbaren Badetieren ... leider ist die Kritik der Strände online ziemlich vernichtend. Innerhalb von 6 Monaten die Preise hochgeschraubt, die Strände mit Liegen und Schirmen nur so zugepflastert und überteuerte Gastropreise verlangt. Sicherlich ist Albanien und insbesondere Ksamil der Reisegeheimtipp für 2023 und garantiert eine Folge dessen. Aber letztendlich regelt der Markt selbst Angebot und Nachfrage. Das werden wir uns die nächsten 2 Tage selber anschauen, ehe es mit der Fähre weiter nach Korfu geht (freu!).
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